Als ich im September 2015 zum ersten Mal nach Riva San Vitale reiste, habe ich nicht geahnt, welche Folgen dies für mein zukünftiges Leben haben sollte.
Riva San Vitale wurde zu meinem Ankerpunkt, zu meinem neuen geistlichen HOT-Spot.
Die Begegnung mit dem Seligen Manfred und mit der Beschäftigung seines Lebens führte mich auch zu einer neuen Suche nach mir selbst.
Im Januar 2017 sind wir dann zu den Feierlichkeiten seines 800. Todestages nach Riva San Vitale gereist.
Anlässlich dieses Besuches habe ich den folgenden Artikel geschrieben!
Am 21. Januar bin ich als fremder Gast nach Riva San Vitale angereist um an den Feierlichkeiten zum 800. Todestag meines Namenspatrons dem Seligen Manfred teilzunehmen.
Ich wusste nicht genau, was mich in dieser Woche erwartet. Ich hatte im Internet ein wenig über das Fest recherchiert und schließlich auch auf der Homepage (beatomanfredosettala.ch) den Ablauf der Feierlichkeiten gelesen.
Neugierig und gespannt bin ich angereist. Ich wollte erleben, wie Riva San Vitale meinen Namenspatron feiert. Bisher wusste ich nur wenig über den Seligen Manfred. Lange Zeit war nur eine Geschichte in meinem alten Heiligenbuch das, was ich von ihm wusste.
Aber jetzt in Riva San Vitale wurde Beato Manfredo für mich greifbar. Da lagen seine Gebeine in einem Sarkophag. Manfredo aus meinem Heiligenbuch wurde lebendig, auch wenn er schon 800 Jahre tot war.
Ja, in der Tat wurde er lebendig. Er wurde für mich lebendig durch die Gemeinde und die Menschen in Riva San Vitale.
Ich habe in der Woche meiner Anwesenheit viele liebe und herzensgute Menschen kennengelernt. Ich habe erlebt, dass Sie einen Glauben haben, der irgendwie anders ist, als der, den wir in Deutschland kennen, irgendwie tiefer, oder sogar frommer!?
Vielleicht wirkt eine solche Verehrung eines Seligen für außenstehende Menschen etwas befremdlich, aber vielleicht auch nur, weil wir diese Art von Heiligenverehrung eher nicht kennen.
Für mich war diese Woche auf jeden Fall sehr beeindruckend und auch noch drei Wochen nach Rückkehr in mein Zuhause sind die Tage in Riva San Vitale für mich noch sehr präsent.
Mich hat die Woche mit den Menschen von Riva San Vitale mitten ins Herz getroffen. Als Fremder habe ich in dieser Woche, trotz der großen Sprachbarriere, soviel Herzlichkeit erlebt, wie ich sie selten woanders erlebt habe. Ich danke Gott, aber auch meinem Namenspatron Beato Manfredo für jeden Menschen, dem ich in dieser Woche begegnet bin!
Und darum ist Beato Manfredo für mich ein Herzens-Öffner geworden. Diese eine Woche ist meine ganz persönliche Geschichte, die ich mit ihm, Beato Manfredo, erleben durfte, 800 Jahre nach seinem Tod.
Ich bin nach Hause gefahren, bereichert um eine neue und tiefe Erfahrung, vielleicht auch selbst ein wenig neu in meinem Geiste, aber auf jeden Fall verbunden mit den Menschen von Riva San Vitale, die in tiefer Frömmigkeit Beato Manfredo verehren.
Als Andenken habe ich aus dem Atelier von Elena Sala De Pasquale einen kleinen Teller mitgenommen, der das Baptisterium San Giovanni zeigt. Dieser Teller hängt nun bei uns im Wohnzimmer - und so ist Riva San Vitale auch ein wenig bei mir zu Hause angekommen.
Ich danke allen Menschen für die freundliche Aufnahme. Wir sind verbunden im Glauben an den einen Gott, aber auch durch meinen Namenspatron den Seligen Manfred. Ich bin als Fremder Gast angereist, aber als Freund bin ich nach Hause gefahren.
Gott schütze alle Eure Wege!
Manfredo Mardinskij aus Bonn/Deutschland
Bonn am 27. Februar 2017